Manita,
die 29-jährige Stute von Silvia Zuber-Longhi, hat ein bewegtes
Leben hinter sich. Nach dem Anreiten und Mutterfreuden kam sie
im Februar 1975 nach Dörflingen zur Familie Suter. Hier
war Manita ein richtiges Allroundpferd. Sie arbeitete auf dem
Feld, lief am Wagen und wurde natürlich geritten, als Freizeit-
und als Sportpferd. Alle vier Suter-Kinder lernten auf ihr reiten
(und fliegen...), denn ganz so einfach hat sie es ihren Reitern
nie gemacht.
Im Dezember 1988 kaufte sich Silvia Zuber
das Pferd, obwohl es alles andere als Liebe auf den ersten Blick
war... Silvia ritt nämlich damals bei der Familie Suter
und nachdem diese ihr Lieblingspferd verkauft hatten, bekam sie
Manita. "Wir hatten oft Streit miteinander, jeder hatte
seinen eigenen Kopf. Meistens gewann aber sie und ich landete
irgendwo in der Wiese oder auch im Dreck", erzählt
Silvia Zuber. Als sich die beiden dann einigermassen angefreundet
hatten - Manita war damals 17 Jahre alt - musste sie sich entscheiden,
ob sie die Stute kaufen wollte. Da sie nicht Schuld daran sein
wollte, wenn die Stute geschlachtet würde, erstand sie diese,
obwohl sie nicht wusste, wie sie Manita mit ihrem Stiftenlohn
durchbringen würde. Es folgten Krankheit und Weidegang,
und Silvia und Manita wuchsen immer mehr zusammen. Heute sind
sie unzertrennlich.
Silvia Zuber kaufte vor drei Jahren noch
ein Pferd dazu, und Manita kann, wenn sie will, nebenherlaufen.
Hat sie aber einen schlechten Tag, darf sie selbstverständlich
auf der Weide bleiben. "Gesundheitlich geht es ihr einmal
gut, einmal weniger gut", so Silvia Zuber, "sie hat
aber einen ungeheuren Lebenswillen und kämpft gegen Alter
und Beschwerden. Vielleicht ist es auch unsere besondere Freundschaft,
die ihr Kraft gibt, die schlechten Tage zu überstehen..."